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Mit
der Chronik der Kirchengemeinde Immeldorf von Pfarrer Kelber aus dem Jahr 1902
ist uns auch ein spannendes Kapitel der Geschichte der Immeldorfer Stiftungen
überliefert. (Gerhard Obenauf und einige Mitglieder aus unserer Kirchengemeinde
bereiten zurzeit den Text neu auf, um ihn für alle lesbar zu machen.)
Diese
Chronik offenbart uns vor allem eine Erkenntnis: Seit 800 Jahren wurde für die
Kirche und für den Pfarrdienst in Immeldorf gestiftet, mit der Absicht, dass so
viel Kapitalerträge zusammenkommen, damit davon irgendwann ein eigener Pfarrer,
finanziert werden kann, der am Ort wohnt.
Aber
schauen wir uns diese Geschichte einmal näher an:
Schon immer haben Menschen für ihre
Kirche vor Ort und für ihre Gemeinde etwas Besonderes leisten wollen, indem sie
einen gewissen Teil ihres Eigentums zur Verfügung stellten, damit ihre Kirche
gebaut und erhalten werden konnte.
Vor
allem aber wollten sie, dass in diesen Kirchen geistliches Leben statt findet,
dass ein berufener Mitarbeiter am Reich Gottes Dienst tut und für sie da ist.
Im Mittelalter waren es vor allem Messen, die ein Priester lesen sollte. Diese
waren zum Gedächtnis der Stifter oder ihrer Angehörigen gedacht. Aber auch die
ganze Gemeinde profitierte durch die Gottesdienste und die seelsorgerliche
Betreuung.
In
Immeldorf brachten es die Stifterinnen und Stifter im Laufe der Jahrhunderte
sogar so weit, dass sie so viel stifteten, dass ein eigener Pfarrer, und nicht
mehr nur der gelegentlich eingefahrene Kaplan aus Sachsen seinen Dienst mit
Wohnsitz am Gotteshaus in Immeldorf tun konnte.
So
war letztlich das Engagement der Stifterfamilien ausschlaggebend dafür, dass
Immeldorf ab 1459 eigene Pfarrei wurde und spätestens ab 1527 einen eigenen
Pfarrer (Johann Scheuenstuhl) hatte.
Diese
Erfolgsgeschichte des Engagements von Stiftern soll im Folgenden in
chronologischer Folge kurz skizziert werden: Ab ca. 1200
Die
Gotteshausstiftung:
Die
Grundherren zu Immeldorf (Seefried vom See bis 1265, Graf Wolfram von Dornberg,
bis 1288, Gottfried von Heydeck und Nachfolger bis Friedrich von Heydeck 1406
Immeldorf an den Rat zu Nürnberg verkaufte und 1472 das „Landalmosenamt“ oder
„reiche Almosen“ in Nürnberg unseren Ort übernahm) statten die Kirche zu
Immeldorf mit verschiedenen Grundstücken aus, die dem Bau und Unterhalt eines
Gotteshauses dienen. Dazu gehört auch, dass sie einen Teil der jährliche
Abgaben, die ihre Untertanen an sie zu entrichten hatten, der
Gotteshausstiftung und dem Pfarrdienst übertrugen. (so genannte Reichnisse, wie
z. B. für Holz, Flachs, Korn und das „Schmieren der Glocken“).
3. September 1439
Peter und Margareta
Limpachersche Stiftung“
Die
erste große Stiftung macht die Immeldorfer Witwe Margareth Limpacher (geb.
Heinlein aus Malmersdorf). Sie stiftet die Frühmeß, die so genannte “Peter und
Margareta Limpachersche Stiftung“ .
Die
Stiftung umfasst 23 Morgen Acker auf dem Berg, den Acker Galgenleite, ein
Tagwerk Wiese, genannt die Immeldorferin und drei Morgen Acker und ein Tagwerk
Wiese, genannt der Lotersee (zwischen Lichtenau und Herpersdorf) aus. Der Wert
zusammen heute ca. 125.000 Euro.
1835
wird diese in die Kirchenstiftung überführt.
1459
Die
eigenständige Pfarrei Immeldorf wird gegründet.
1498 Salve
Regina Stiftung
Ulrich
Stumpf aus Malmersdorf stiftet ein halbes Tagwerk Wiese am Weikersbach und 30
Rheinische Gulden (2.500 Euro – siehe Abbildung)
Um 1500
Peter
Opel und seine (Haus)Frau aus Fischbach stiften die „Dürre Wiese“.
1508
Thoma
(Thomas) Hofmann aus Palmeshof (Balmannshof) stiftet eine Kuh, damit 30 Jahre
eine Messe gelesen wird.
1518
Cunz
von Rückersdorf stiftet eine Kuh, damit 15 Jahre eine Messe gelesen wird.
1520
Barbara
Lutz aus Gotzendorf vermacht der Stiftung eineinhalb Morgen am Auracher (Petersauracher)
Steig.
2. Juli 1835
Die
Gotteshausstiftung und die Frühmessstiftung werden zusammengelegt.
2002-2003
Flurbereinigung:
Alle Stiftungsgrundstücke werden in die Immeldorfer Flur getauscht.
2003
Durch die Landesstellenplanung wird
die Pfarrstelle Immeldorf auf 70 Prozent reduziert.
2004
Ein
Jugendreferent wird auf 400 Euro Basis angestellt.
18. November 2008
Unfalltod
der Kirchenvorsteherin und Jugend-mitarbeiterin Luise Einfalt aus Schlauersbach:
Jesus Christus spricht: Bleibt in meiner Liebe (Johannes
15, 9b)
7. Januar 2010
Errichtung der „Stiftung Stankt
Georg Immeldorf“
Aus
der Präambel:
„Im Gedenken an Luise
Einfalt aus Schlauersbach, die als Kirchenvorsteherin und Mitarbeiterin in der
Jugend- und Konfirmandenarbeit bleibende Zeichen des Glaubens gesetzt und Spuren
in den Herzen der Kinder und Jugendlichen hinterlassen hat.
Um
ihrem Engagement für ihre Kirche ein bleibendes Zeichen zu setzen und um die
Arbeit, die sie so gerne mitgetragen hat, dauerhaft zu sichern, errichtet der
Kirchenvorstand der Kirchengemeinde Immeldorf
diese Stiftung.

Sie
ist auch all jenen gewidmet, die durch ihr Engagement die Arbeit mit Kindern
und Jugendlichen in der Kirchengemeinde Immeldorf unterstützen.
Zweck der Stiftung
ist die Förderung der Kinder-, Jugend- und Gemeindearbeit in der
Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinde Immeldorf.
Der Stiftungszweck
wird insbesondere verwirklicht durch die Bereitstellung von Sach- und
Geldmitteln zur Förderung von Projekten und Schwerpunkten der Evangelisch-Lutherischen
Kirchengemeinde Immeldorf auf dem Gebiet der Kinder-, Jugend- und
Gemeindearbeit und zur Bezuschussung der Personalkosten von zusätzlichen
Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinde
Immeldorf.“
Ziel
der Stiftung ist es, durch Vermächtnisse und Stiftungen von Grund und Boden die
Finanzierung einer Jugendreferentenstelle aus eigener Kraft zu ermöglichen.
Die Stiftung wird verwaltet durch den
Stiftungsbeirat.
Diesem Gremium gehören an: Pfr. Claus Ebeling
(1. Vorsitzender), Frau Marlies Frank, Fischbach (2. Vorsitzende), Herr Gerhard
Oberseider, Frau Gabi Ringler, Frau Elisabeth Seitzinger, Herr Stefan
Großberger, Herr Bgm. Uwe Reißmann, Herr Matthias Seitzinger.
2011 Errichtung des
Stifterkreuzes in der Kirche
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