...Immeldorf, unsere Kirche...

 

Stiftung SanktGeorg

Immeldorf

Beilage zum Gemeindebrief Immeldorf 10-2010

Inhalt:
Warum Stiften wieder modern ist
Die Geschichte der Immeldorfer Stiftungen
Unser Stifterkreuz
Die Stiftungsurkunde

 

 

Warum Stiften wieder Modern ist

 

Liebe Gemeinde,

zwei berechtigteFragen müssen am Anfang dieser Beilage zum Gemeindebrief beantwortet werden.

  • Warum werden heutzutage wieder so viele Stiftungen errichtet wie nie zuvor in der Geschichte seit der Reformation?
  • Warum haben wir in der Kirchengemeinde Immeldorf eine Stiftung errichtet?

Historisch betrachtet hat Stiften in Deutschland eine große Tradition und wurde über die Jahrhunderte hinweg immer wieder genutzt, Gutes zu tun. Im Mittelalter war es häufig Wunsch der Stifter, das eigene Seelenheil zu sichern. Typisch sind Stiftungen, die das Andenken an den Stifter aufrecht erhalten sollten, die teils soziale Zwecke verfolgten. Auch in Immeldorf wurde im Mittelalter mit dieser Motivation gestiftet. Die Stifter wurden von dem Gedanken bewegt, ihrer Gemeinde Gutes zu tun, das dauerhaft wirken und von dem auch nachfolgende Generationen profitieren sollten. Die Stifter und ihre Angehörigen wollten auf diese Weise in guter Erinnerung bleiben. Wir profitieren heute noch davon. Mehr zu unseren historischen Stiftungen auf den Seiten 5 bis 9.
Insbesondere in der ersten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts waren neue Stiftungen eher die Ausnahme. Inzwischen aber wird wieder fleißig gestiftet. Änderungen des Gemeinnützigkeitsrechts und des Stiftungszivilrechts sowie eine damit verbundene breite öffentliche Diskussion über den Sinn und Wert von Stiftungen haben dazu geführt, dass Stiften wieder modern ist. Heute kommen in jedem Jahr wieder viele neue Stiftungen dazu. Und es gibt noch zwei weitere Gründe: das stark gewachsene private Vermögen und die Erkenntnis, dass eine Gesellschaft nur so stark ist, wie sich ihre Bürger engagieren, wie sie bereit sind, auch die Gesellschaft an ihrem Vermögen oder Teilen davon teilhaben zu lassen.
 

Auch wir möchten gerne gemeinsam mit Ihnen eine Stiftung auf einen guten Weg bringen: die Stiftung Sankt Georg, Immeldorf, für die wir in diesem Jahr die Voraussetzungen geschaffen haben.

Ausschlaggebend für die Stiftungsidee war der Unfalltod unserer Jugendmitarbeiterin und Kirchenvorsteherin Luise Einfalt aus Schlauersbach. Ihr lag die Jugendarbeit sehr am Herzen.  Mit großem Engagement hat sie sich in diesem Bereich ehrenamtlich engagiert.

Ohne ein solches ehrenamtliches Engagement wird es auch in Zukunft keine kirchliche Jugendarbeit geben. Gott sei Dank können wir hier inzwischen wieder auf eine Vielzahl junger Menschen zählen. Aber wir möchten gerne sicherstellen, dass auch in Zukunft die ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei ihrer Arbeit durch einen hauptamtlichen Jugendreferenten unterstützt werden. Ziel unserer Stiftung Sankt Georg ist es deshalb, die Stelle des Jugendreferenten dauerhaft solide zu finanzieren. Dieser großen Aufgabe hat sich die Stiftung verschrieben.
Die Motivation liegt dabei in der Erkenntnis, dass Kirche nur Zukunft hat, wenn wir die Jugend für die Kirche gewinnen. Davon profitieren dann wiederum alle.

Einerseits hoffen wir, dass wir im Laufe der Jahre auch einmal von einer großen Schenkung oder einem Vermächtnis profitieren. Wer sich für diese Möglichkeit interessiert, findet in mir den richtigen Ansprechpartner. Auf Seite 4 gibt es hierzu erste Informationen. Dann wäre die Stiftung rechtsfähig. Derzeit sind es erst 6.000 Euro. Deshalb haben wir eine Idee, für die wir jetzt ihre Unterstützung brauchen: das Immeldorfer Stifterkreuz. Die Idee: Viele Einzelbeiträge stemmen unser erstes Ziel: die 50.000-Euro-Hürde. Mehr dazu auf den Seiten 10 und 11 oder ebenfalls bei mir.
Es wäre schön, wenn der Kirchenvorstand und der Stiftungsbeirat viele weitere Unterstützer finden und Sie zum Stiften bewegen könnten. Ein herzliches „Vergelt’s Gott“ schon jetzt dafür.

Ihr Pfarrer Claus Ebeling.

 

Warum Stiften wieder Modern ist

 

Wie geht nun Stiften?
1. Die Zustiftung
Eine Zustiftung ist mit jedem Geldbetrag möglich. Allerdings sollten normale Spenden zu Geburtstagen oder Abendmahlsgaben weiterhin für Zwecke der Kirchengemeinde bestimmt sein.

Bei einer Stiftung handelt es sich in der Regel um größere Vermögenswerte (Geld oder Immobilien), die auf ewig der Stiftung für einen gemeinnützigen Zweck übereignet werden.

Ein gute Idee ist aber auch die Widmung von Geburtstagsgeschenken oder Spenden für die Stiftung statt Kranz- und Blumen bei Beerdigungen.

2. Die Schenkung
Bei größeren Vermögenswerten wird – anders als bei der Spende – von einer Schenkung gesprochen. Es bedarf hier jedoch in der Regel eines Schenkungsvertrages, den Sie bei einem Notar aufsetzen und beurkunden lassen müssen. Beide Seiten müssen mit dem Schenkungsvertrag einverstanden sein. Also ist es sinnvoll, vorher mit dem Beschenkten zu klären, ob das Geschenk auch die gewünschte Verwendung finden kann.

3. Das Vermächtnis
In einem Testament kann auch ein Vermächtnis der Stiftung zugedacht werden. Auch wenn Hinterbliebene als Erben eingesetzt werden, ist es möglich, einen Teil
des Nachlasses einem guten Zweck zu widmen. Hierfür ist das Vermächtnis der geeignete Weg. Es verpflichtet die Erben, einen bestimmten Geldbetrag oder einen anderen Vermögenswert der Stiftung zur Verfügung zu stellen. Dies ist von der Erbschaftssteuer befreit.

4. Wenn Sie selbst eine Erbschaft machen ...
Vielleicht erben Sie aber auch selbst und brauchen das Vermögen nicht dringend. Sie können dann zum Beispiel mit einem Teil des Nachlasses der Stiftung Sankt Georg Immeldorf helfen. Dieser Anteil der Erbschaft ist dann rückwirkend bis zu 24 Monate von der Erbschaftssteuer befreit.

In allen Fällen ist ihr Ansprechpartner der Vorsitzende des Stiftungsbeirates Pfr. Ebeling. Er berät Sie gerne persönlich und unter großer Vertraulichkeit, über die Möglichkeiten der Stiftung.

 

 

Warum Stiften wieder Modern ist

 

Mit der Chronik der Kirchengemeinde Immeldorf von Pfarrer Kelber aus dem Jahr 1902 ist uns auch ein spannendes Kapitel der Geschichte der Immeldorfer Stiftungen überliefert. (Gerhard Obenauf und einige Mitglieder aus unserer Kirchengemeinde bereiten zurzeit den Text neu auf, um ihn für alle lesbar zu machen.)
Diese Chronik offenbart uns vor allem eine Erkenntnis: Seit 800 Jahren wurde für die Kirche und für den Pfarrdienst in Immeldorf gestiftet, mit der Absicht, dass so viel Kapitalerträge zusammenkommen, damit davon irgendwann ein eigener Pfarrer, finanziert werden kann, der am Ort wohnt.

Aber schauen wir uns diese Geschichte einmal näher an:
Schon immer haben Menschen für ihre Kirche vor Ort und für ihre Gemeinde etwas Besonderes leisten wollen, indem sie einen gewissen Teil ihres Eigentums zur Verfügung stellten, damit ihre Kirche gebaut und erhalten werden konnte.

Vor allem aber wollten sie, dass in diesen Kirchen geistliches Leben statt findet, dass ein berufener Mitarbeiter am Reich Gottes Dienst tut und für sie da ist. Im Mittelalter waren es vor allem Messen, die ein Priester lesen sollte. Diese waren zum Gedächtnis der Stifter oder ihrer Angehörigen gedacht. Aber auch die ganze Gemeinde profitierte durch die Gottesdienste und die seelsorgerliche Betreuung.

In Immeldorf brachten es die Stifterinnen und Stifter im Laufe der Jahrhunderte sogar so weit, dass sie so viel stifteten, dass ein eigener Pfarrer, und nicht mehr nur der gelegentlich eingefahrene Kaplan aus Sachsen seinen Dienst mit Wohnsitz am Gotteshaus in Immeldorf tun konnte.
So war letztlich das Engagement der Stifterfamilien ausschlaggebend dafür, dass Immeldorf ab 1459 eigene Pfarrei wurde und spätestens ab 1527 einen eigenen Pfarrer (Johann Scheuenstuhl) hatte.

Diese Erfolgsgeschichte des Engagements von Stiftern soll im Folgenden in chronologischer Folge kurz skizziert werden:

Ab ca. 1200
Die Gotteshausstiftung:

D
ie Grundherren zu Immeldorf (Seefried vom See bis 1265, Graf Wolfram von Dornberg, bis 1288, Gottfried von Heydeck und Nachfolger bis Friedrich von Heydeck 1406 Immeldorf an den Rat zu Nürnberg verkaufte und 1472 das „Landalmosenamt“ oder „reiche Almosen“ in Nürnberg unseren Ort übernahm) statten die Kirche zu Immeldorf mit verschiedenen Grundstücken aus, die dem Bau und Unterhalt eines Gotteshauses dienen. Dazu gehört auch, dass sie einen Teil der jährliche Abgaben, die ihre Untertanen an sie zu entrichten hatten, der Gotteshausstiftung und dem Pfarrdienst übertrugen. (so genannte Reichnisse, wie z. B. für Holz, Flachs, Korn und das „Schmieren der Glocken“).

 


3. September 1439
Peter und Margareta Limpachersche Stiftung“

Die erste große Stiftung macht die Immeldorfer Witwe Margareth Limpacher (geb. Heinlein aus Malmersdorf). Sie stiftet die Frühmeß, die so genannte “Peter und Margareta Limpachersche Stiftung“ .
Die Stiftung umfasst 23 Morgen Acker auf dem Berg, den Acker Galgenleite, ein Tagwerk Wiese, genannt die Immeldorferin und drei Morgen Acker und ein Tagwerk Wiese, genannt der Lotersee (zwischen Lichtenau und Herpersdorf) aus. Der Wert zusammen heute ca. 125.000 Euro.
1835 wird diese in die Kirchenstiftung überführt.

1459
Die eigenständige Pfarrei Immeldorf wird gegründet.

1498 Salve Regina Stiftung
Ulrich Stumpf aus Malmersdorf stiftet  ein halbes Tagwerk Wiese am Weikersbach und 30 Rheinische Gulden (2.500 Euro – siehe Abbildung)


Um 1500

Peter Opel und seine (Haus)Frau aus Fischbach stiften die „Dürre Wiese“.

1508
Thoma (Thomas) Hofmann aus Palmeshof (Balmannshof) stiftet eine Kuh, damit 30 Jahre eine Messe gelesen wird.

1518

Cunz von Rückersdorf stiftet eine Kuh, damit 15 Jahre eine Messe gelesen wird.

1520
Barbara Lutz aus Gotzendorf vermacht der Stiftung eineinhalb Morgen am Auracher (Petersauracher) Steig.

2. Juli 1835
Die Gotteshausstiftung und die Frühmessstiftung werden zusammengelegt.

2002-2003
Flurbereinigung: Alle Stiftungsgrundstücke werden in die Immeldorfer Flur getauscht.

2003
Durch die Landesstellenplanung wird die Pfarrstelle Immeldorf auf 70 Prozent reduziert.

2004
Ein Jugendreferent wird auf 400 Euro Basis angestellt.

18. November 2008
Unfalltod der Kirchenvorsteherin und Jugend-mitarbeiterin Luise Einfalt aus Schlauersbach:


Jesus Christus spricht: Bleibt in meiner Liebe (Johannes 15, 9b)

 

 

 

7. Januar 2010
Errichtung der
„Stiftung Stankt Georg Immeldorf“

Aus der Präambel:
„Im Gedenken an Luise Einfalt aus Schlauersbach, die als Kirchenvorsteherin und Mitarbeiterin in der Jugend- und Konfirmandenarbeit bleibende Zeichen des Glaubens gesetzt und Spuren in den Herzen der Kinder und Jugendlichen hinterlassen hat.

Um ihrem Engagement für ihre Kirche ein bleibendes Zeichen zu setzen und um die Arbeit, die sie so gerne mitgetragen hat, dauerhaft zu sichern, errichtet der Kirchenvorstand der Kirchengemeinde Immeldorf diese Stiftung.

Sie ist auch all jenen gewidmet, die durch ihr Engagement die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen in der Kirchengemeinde Immeldorf unterstützen.
Zweck der Stiftung ist die Förderung der Kinder-, Jugend- und Gemeindearbeit in der Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinde Immeldorf.
Der Stiftungszweck wird insbesondere verwirklicht durch die Bereitstellung von Sach- und Geldmitteln zur Förderung von Projekten und Schwerpunkten der Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinde Immeldorf auf dem Gebiet der Kinder-, Jugend- und Gemeindearbeit und zur Bezuschussung der Personalkosten von zusätzlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinde Immeldorf.“

Ziel der Stiftung ist es, durch Vermächtnisse und Stiftungen von Grund und Boden die Finanzierung einer Jugendreferentenstelle aus eigener Kraft zu ermöglichen.

Die Stiftung wird verwaltet durch den Stiftungsbeirat.

Diesem Gremium gehören an: Pfr. Claus Ebeling (1. Vorsitzender), Frau Marlies Frank, Fischbach (2. Vorsitzende), Herr Gerhard Oberseider, Frau Gabi Ringler, Frau Elisabeth Seitzinger, Herr Stefan Großberger, Herr Bgm. Uwe Reißmann, Herr Matthias Seitzinger.

2011 Errichtung des Stifterkreuzes in der Kirche

 

Das Stifterkreuz

 

Das Stiftungskapital  beträgt derzeit gut 6.000 Euro. Damit kann die Stiftung Sankt Georg Immeldorf ihren Zweck noch nicht erfüllen. So lange das Vermögen der Stiftung unter 50.000 Euro liegt, ist sie auch „nur“ eine nicht rechtsfähige Stiftung.
Der Stiftungsbeirat will versuchen, dies mit Ihrer Hilfe innerhalb eines Jahres zu ändern. Dazu wurde eine besondere Stiftungsinitiative ins Leben gerufen: Das Stifterkreuz.


Die Idee:

Jeder Stifter, der eine Zustiftung im Wert von 500 Euro oder mehr tätigt, soll mit seinem Namen auf einem von 100 Eichenholzwürfeln verewigt werden. Die 100 Würfel zusammen werden in einen Rahmen eingefügt. Dieser Rahmen hat die Form eines Kreuzes. Das ungefähr 1,80 m hohe und breite Stifterkreuz wird in der Kirche aufgestellt und ist Denkmal zu Ehren der Stifter und zugleich ein Kunstwerk für unsere Kirche.

Der Gedanke:
…wenn 100 Menschen je 500 Euro stiften, dann sind das 50.000 Euro für den Grundstock der Stiftung.
… oder, wenn 50 Menschen 1.000 Euro stiften oder wenn zehn Menschen 5.000 Euro, oder wenn fünf 10.000 Euro oder einer 50.000 Euro stiftet, … egal in welcher Variante, dann kann es gelingen, einen soliden Betrag zusammen zu bekommen, dessen Rendite bereits ein Viertel der Bruttopersonalkosten des Jugendreferenten finanziert.

Das Ziel:
Ziel ist es, so schnell wie möglich den Vermögenswert von 50.000 Euro für die Stiftung anzusammeln.

Möchten Sie gerne zu den ersten hundert Stifterinnen und Stiftern gehören, dann freuen wir uns, wenn sie sich bei uns melden.
Lassen Sie sich anstecken, Gutes zu tun!
 

Skizze Stifterkreuz

 

Stiftungsurkunde des Landesbischofs

 

Dieses wichtige Dokument beurkundet die Errichtung der Stiftung durch den Landesbischof